Dein Kinder ist im Kindergartenalter und ständig in Bewegung, kann sich einfach nicht konzentrieren oder hört selten zu? Du fragst dich, ob dies ein altersgerechtes Verhalten ist oder ob dein Kind möglicherweise ADHS hat? Diese Unsicherheit teilen viele Eltern – denn gerade im Kindergartenalter ist es besonders schwierig, zwischen normaler kindlicher Entwicklung und echten Symptomen einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
- Kann man ADHS überhaupt im Kindergartenalter diagnostizieren?
- Altersgerechtes Verhalten vs. ADHS-Symptome
- ADHS im Kindergartenalter: Das neurobiologische Verständnis
- Die 15 wichtigsten Anzeichen für ADHS im Kindergartenalter
- Wie können Eltern feststellen, ob es ADHS ist?
- Beobachtungs-Tagebuch (kostenlos)
- Das ist NORMAL im Kindergartenalter
Kann man ADHS überhaupt im Kindergartenalter diagnostizieren?
Diese Frage beantwortet sich nicht einfach mit Ja oder Nein. Die gute Nachricht: Ja, ADHS beginnt bereits im Kindergartenalter und lässt sich bei aufmerksamer Beobachtung erkennen. Die differenzierte Antwort:
Eine sichere medizinische Diagnose ist erst ab etwa dem 6. Lebensjahr sicher möglich, wobei frühestens ab dem 3. Geburtstag eine Diagnose gestellt werden kann.
Warum ist die Diagnose im Kindergartenalter so schwierig?
Im Kindergartenalter sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität völlig normale Verhaltensweisen. Jedes Kind ist manchmal unruhig, lässt sich ablenken oder handelt impulsiv – das gehört zur gesunden Entwicklung dazu. Deshalb sprechen Fachleute von einer diagnostischen Unsicherheit: Es ist extrem schwierig, die Symptome einer echten ADHS vom altersgerechten Verhalten abzugrenzen.
Hinzu kommt: Bei etwa 50% der Kindergartenkinder, die Symptome zeigen, die einer ADHS ähneln, verschwinden diese Verhaltensweisen von selbst, wenn das Kind älter wird. Sie „verwachsen“ sich sozusagen – die Kinder werden reifer und können ihre Aufmerksamkeit und Impulse besser steuern.
Trotzdem ist es wichtig, auf Anzeichen zu achten. Denn bei der anderen Hälfte der Kinder bleiben die Symptome bestehen oder werden sogar intensiver. Diese Kinder profitieren enorm von einer frühzeitigen Erkennung und Unterstützung.
Altersgerechtes Verhalten vs. ADHS-Symptome
Das Entscheidende ist nicht, dass ein Kind manchmal zappelig ist oder sich ablenken lässt, sondern wie häufig, wie intensiv und in welchen Situationen dies geschieht. Hier sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:
Altersgerechtes Verhalten:
- Dein Kind ist manchmal unruhig, kann sich aber auch länger konzentrieren, wenn es interessiert ist
- Unaufmerksamkeit tritt vor allem bei weniger interessanten Aufgaben auf
- Das Kind kann sich kurzzeitig zusammenreißen, wenn es wichtig ist
- Impulsivität wird mit zunehmendem Alter weniger
- Das Verhalten ist situativ – zuhause oder im Kindergarten
ADHS-typisches Verhalten:
- Das Kind ist durchgehend und überall unruhig – zuhause genauso wie im Kindergarten
- Die Unaufmerksamkeit zeigt sich auch bei interessanten oder bevorzugten Aktivitäten
- Das Kind kann sich auch bei wichtigen Aufgaben nicht konzentrieren
- Die Impulsivität bleibt über längere Zeit bestehen oder verschlimmert sich
- Das Verhalten beeinträchtigt die Entwicklung, Freundschaften oder das Lernen deutlich
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, dass die Symptome in mehreren Lebensbereichen auftreten müssen – nicht nur im Kindergarten, sondern auch zuhause, bei Großeltern oder bei Freunden. Wenn dein Kind nur im Kindergarten auffällig ist, zuhause aber völlig normal läuft, ist das ein Hinweis darauf, dass es sich um altersgerechtes Verhalten handelt.
ADHS bei jungen Kindern: Das neurobiologische Verständnis
Um ADHS besser zu verstehen, ist es hilfreich zu wissen, was im Gehirn deines Kindes anders läuft. ADHS ist keine Erziehungsfehler, keine Faulheit und auch keine Bösartigkeit – es ist eine neuronale Entwicklungsstörung.
Bei Kindern mit ADHS funktioniert die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn anders. Besonders betroffen sind Neurotransmitter wie Dopamin und Noradrenalin, die für Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Aktivitätsregulation zuständig sind. Das Gehirn von Kindern mit ADHS arbeitet sozusagen mit einem anderen „Set“ von neurobiologischen Voraussetzungen.
Im Kindergartenalter ist das Gehirn noch sehr plastisch – es passt sich an und entwickelt sich ständig. Das bedeutet: Manche Kinder „wachsen aus“ ihren ADHS-Symptomen heraus, weil das Gehirn kompensatorische Strategien entwickelt. Andere Kinder benötigen Unterstützung und Therapie, um mit ihren Symptomen umzugehen.
Die 15 wichtigsten Anzeichen für ADHS im Kindergartenalter
Folgende Checkliste soll dir helfen, zu erkennen, ob dein Kind möglicherweise ADHS-typische Verhaltensweisen zeigt. Wichtig: Eine einzelne Verhaltensweise bedeutet nicht automatisch ADHS. Erst wenn mehrere dieser Anzeichen über einen längeren Zeitraum (mindestens 6 Monate) hinweg in verschiedenen Situationen auftreten und das Kind beeinträchtigen, könnte ADHS vorliegen.
Anzeichen in der Kategorie Hyperaktivität und motorische Unruhe
1. Ständiges Zappeln und Unruhe
Dein Kind kann nicht still sitzen. Es zappelt ständig mit den Beinen, wackelt auf dem Stuhl, kann die Hände nicht ruhig halten. Das ist nicht nur im Kindergarten so, sondern auch beim Essen zuhause, im Auto oder beim Vorlesen. Das Kind wirkt, als würde ein Motor in ihm laufen.
2. Schwierigkeiten mit ruhigen Aktivitäten
Während andere Kindergartenkinder mit Freude beim Malen, Basteln oder beim ruhigen Spiel dabei sind, kann dein Kind sich dazu nicht aufraffen. Malen, Puzzle oder Bilderbuchbetrachtung sind „langweilig“. Das Kind verlässt diese Aktivitäten schnell wieder und sucht nach Action.
3. Übermäßige körperliche Aktivität
Dein Kind scheint unerschöpflich. Es rennt, klettert, springt ständig – überall und zu jederzeit. Selbst wenn es müde sein sollte, kann es einfach nicht abbremsen. Oft wird es als „überaktiv“ oder „hyperaktiv“ beschrieben.
4. Motorische Koordinationsschwierigkeiten
Das Kind hat Probleme mit grob- und feinmotorischen Aufgaben, die andere Kindergartenkinder bereits beherrschen: Treppen steigen fällt schwer, das Gleichgewicht ist nicht sicher, beim Malen oder Basteln ist die Koordination unbeholfen. Die Hand-Auge-Koordination hinkt hinterher.
Anzeichen in der Kategorie Unaufmerksamkeit und Ablenkbarkeit
5. Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit zu halten
Dein Kind kann sich nicht auf eine Sache konzentrieren. Beim Gruppenkreis im Kindergarten verliert es schnell die Aufmerksamkeit. Erklärungen von Erziehern werden nicht richtig aufgenommen. Spiele, die ein bisschen länger dauern, werden schnell abgebrochen.
6. Extreme Ablenkbarkeit
Das kleinste Geräusch, das schwächste Licht, jede unbedeutende Bewegung zieht die Aufmerksamkeit deines Kindes auf sich. Die Konzentration wird sofort unterbrochen. Das Kind kann sich „aus dem Fenster heraus“ konzentrieren – das heißt, alles, was außerhalb des interessiert, ist interessanter als die aktuelle Aufgabe.
7. Häufig verlorene oder verlegte Gegenstände
Spielzeug, Hausschuhe, die Jacke – ständig verliert dein Kind etwas. Nicht weil es nachlässig wäre, sondern weil es einfach nicht aufpasst, wo es die Dinge hingelegt hat.
8. Unorganisiertheit und Chaoten
Das Zimmer deines Kindes oder sein Rucksack ist chronisch unordentlich. Das Kind kann nicht „aufräumen“ im Sinne von sich etwas merken: „Das kommt dahin, das kommt dorthin.“ Es wirkt völlig desorganisiert.
Anzeichen in der Kategorie Impulsivität
9. Plötzliche, unüberlegte Handlungen
Dein Kind handelt, ohne nachzudenken. Es rennt auf die Straße, ohne zu schauen. Es sagt Sätze, ohne zu überlegen, ob sie angemessen sind. Es wird plötzlich impulsiv aggressiv – nicht aus Böswilligkeit, sondern weil die Handlung schneller war als das Nachdenken.
10. Schwierigkeiten, zu warten und Geduld zu wahren
„Ich bin dran!“ – dein Kind kann nicht warten, bis es an der Reihe ist. Es platzt mit Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist. In Spielgruppen entstehen Konflikte, weil das Kind nicht warten kann und andere Kinder unterbricht.
11. Häufiges Unterbrechen und Hineinreden
Das Kind unterbricht andere beim Sprechen ständig. Es kann sich nicht zurückhalten, sondern muss sofort seine Gedanken sagen – während jemand anderes noch redet.
12. Schwierigkeiten beim Einhalten von Regeln
Dein Kind versteht die Regeln des Kindergartens oder der Familie – aber es kann sich nicht daran halten. Das ist nicht Trotz, sondern eine mangelnde Impulskontrolle: Die Handlung ist schneller als die Regel.
Anzeichen in der Kategorie emotionale und soziale Auswirkungen
13. Geringe Frustrationstoleranz
Dein Kind reagiert überproportional frustriert auf kleine Misserfolge oder Ablehnung. Wenn etwas nicht sofort funktioniert, bricht es zusammen, wird wütend oder weint. Es kann nicht damit umgehen, dass es etwas noch nicht kann oder dass sein Wunsch nicht sofort erfüllt wird.
14. Aggressive oder provokative Verhaltensweisen
Das Kind wird schnell körperlich aggressiv (schlägt, beißt, tritt) oder ist provokativ (sagt bewusst verletzende Dinge). Dies ist oft eine Folge der mangelnden Impulskontrolle und Frustrationstoleranz.
15. Schwierigkeiten mit Freundschaften und sozialen Interaktionen
Dein Kind hat Schwierigkeiten, mit anderen Kindern zu spielen. Es werden häufig Konflikte ausgelöst, weil das Kind nicht abwarten kann, die Spielregeln nicht einhält oder andere Kinder dominiert. Manche Kindergartenkinder wollen nicht mehr mit deinem Kind spielen.
Wie können Eltern feststellen, ob es ADHS ist?
Schritt 1: Beobachten und dokumentieren
Der erste Schritt ist die sorgfältige und strukturierte Beobachtung. Dies ist nicht nur wertvoll für dich persönlich, sondern wird auch für die spätere Diagnose durch einen Experten extrem wichtig sein.
Das kannst du dokumentieren:
- Wann zeigt dein Kind die Verhaltensweisen? (Immer? Bei bestimmten Aktivitäten? In bestimmten Situationen?)
- Wie lange halten diese Verhaltensweisen an?
- In welchen Situationen sind sie am stärksten ausgeprägt?
- Wie oft treten sie auf? (Täglich, mehrmals täglich, manchmal?)
- In welchen Lebensbereichen zeigen sich die Verhaltensweisen? (Kindergarten, Familie, Freizeit, bei Besuchen?)
- Beeinträchtigen diese Verhaltensweisen das Kind in seiner Entwicklung, sein Lernen oder seine sozialen Kontakte?
Wichtig: Achte darauf, ob die Verhaltensweisen in mehreren Lebensbereichen auftreten. Das ist ein zentrales Kriterium. Ein Kind, das nur im Kindergarten hyperaktiv ist, aber zuhause völlig ruhig und konzentriert, hat wahrscheinlich ein anderes Problem (zum Beispiel zu wenig Bewegung, zu überfüllter Kindergarten, etc.).
Dein 📄 Beobachtungs-Tagebuch
Kostenlos zum Download
Mit diesem Beobachtungs- und Vorbereitungs-PDF kannst du über mehrere Wochen hinweg systematisch die Verhaltensweisen und Symptome deines Kindergartenkindes beobachten und notieren. Dies ist eine wertvolle Vorbereitung auf das Gespräch mit Kinderarzt oder Psychologen.
✓ Checkliste mit allen ADHS-Symptomen
✓ Beobachtungsprotokoll für 4 Wochen
✓ Passend für Kindergartenkinder
✓ Fremdbeobachtungen von Erziehern
✓ Vorbereitung auf das Experten-Gespräch
Schritt 2: Austausch mit dem Kindergarten
Der Kindergarten ist ein wichtiger Beobachtungsort. Die Erzieherinnen sehen dein Kind täglich und in vielen Situationen. Sprich mit den Erzieher:innen und trage deine Erkenntnisse ebenfalls in das Beobachtungs-Taqgebuch:
- Beobachten sie auch Verhaltensweisen, die du zuhause siehst?
- Wie verhält sich dein Kind im Vergleich zu anderen Kindern in der gleichen Altersgruppe?
- Fallen dem Kind bestimmte Aktivitäten besonders schwer?
- Wie sind die sozialen Kontakte zu anderen Kindern?
- Gibt es in ihrer Erfahrung etwas, das sie für auffällig halten?
Die Beobachtungen der Erzieherinnen sind wertvoll, weil sie das Kind in einer strukturierten Umgebung mit anderen Kindern sehen – das ist ein anderes Setting als zuhause.
Schritt 3: Das Gespräch mit dem Kinderarzt
Wenn du über mehrere Wochen oder Monate hinweg Verhaltensweisen beobachtet hast, die dir Sorgen bereiten – und bestenfalls im Tagebuch notiert hast – vereinbare einen Termin mit deinem Kinderarzt. Der Kinderarzt ist der erste Ansprechpartner.
Bei diesem Gespräch solltest du:
- Deine Beobachtungen systematisch darstellen (die Dokumentation im Tagebuch hilft hier)
- Die Beobachtungen der Kindergarten-Erzieherinnen berichten
- Fragen, ob die Verhaltensweisen im Vergleich zu anderen Kindern auffällig sind
- Fragen, ob eine spezialisierte Diagnostik notwendig ist
Der Kinderarzt wird zunächst:
- Eine körperliche Untersuchung durchführen (um andere körperliche Ursachen auszuschließen, z.B. Schilddrüsenprobleme, Schlafstörungen, Hörprobleme)
- Mit dir die Krankengeschichte und Entwicklung deines Kindes besprechen
- Mit dir diskutieren, ob die Symptome tatsächlich atypisch sind
Hinweis: Der Kinderarzt wird im Kindergartenalter wahrscheinlich vorsichtig sein mit einer Diagnose. Das ist nicht negativ, sondern ein Zeichen guter medizinischer Praxis.
Stattdessen könnte der Kinderarzt:
- Erst mal „watchful waiting“ empfehlen – also abwarten und beobachten, ob sich die Verhaltensweisen mit der Zeit bessern
- Eine Empfehlung zur spezialisierten Diagnostik geben, wenn die Symptome sehr stark ausgeprägt sind
- Verhaltensmaßnahmen im Kindergarten und zuhause empfehlen
Schritt 4: Spezialisierte diagnostische Verfahren
Wenn der Kinderarzt der Meinung ist, dass eine spezialisierte Diagnostik sinnvoll ist, wird er dich zu einem Kinderneuropädiater, Kinderpsychiater oder psychologischen Psychotherapeuten überweisen. Diese Spezialisten haben verschiedene diagnostische Werkzeuge:
Fragebögen und Beobachtungsskalen:
Diese Fragebögen helfen, die Symptome strukturiert zu erfassen und mit normalen Vergleichswerten zu vergleichen.
Neuropsychologische Tests:
Tests zur Aufmerksamkeit und Konzentration, zur Impulskontrolle und zur motorischen Koordination.
Beobachtung und klinische Einschätzung:
Der Fachmann beobachtet dein Kind auch direkt und macht sich ein klinisches Bild.
Befragung von Eltern und Erziehern:
Ausführliche strukturierte Interviews über die Symptome, ihr Beginn, ihre Intensität und Auswirkungen.
Das ist NORMAL im Kindergartenalter
Bevor du dich jetzt unnötig besorgst: Diese Verhaltensweisen sind völlig normal bei Kindergartenkindern und bedeuten NICHT automatisch ADHS:
- Dein 4-jähriges Kind kann sich noch nicht 20 Minuten konzentrieren
- Es ist unruhig und zappelig, die meisten Kindergartenkinder sind das
- Es vergisst Sachen oder verliert Hausschuhe
- Es wird manchmal impulsiv und handelt, bevor es denkt
- Es kann manchmal nicht warten, bis es an der Reihe ist
- Es hat Schwierigkeiten mit Regeln – das ist Entwicklung!
All das ist altersgerecht und kein Grund zur Sorge. Der Unterschied zu ADHS ist, dass diese Verhaltensweisen bei ADHS:
- Stark ausgeprägt sind (deutlich stärker als bei anderen Kindern im gleichen Alter)
- Dauerhaft auftreten (nicht nur manchmal, sondern regelmäßig)
- Überall zu sehen sind (nicht nur im Kindergarten, sondern auch zuhause und überall)
- Das Kind deutlich beeinträchtigen (in Freundschaften, beim Lernen, im Selbstwertgefühl)
Wann solltest du zum Arzt gehen?
Vereinbare einen Termin mit dem Kinderarzt, wenn:
- Mehrere der oben beschriebenen Anzeichen seit mindestens 6 Monaten bestehen
- Die Verhaltensweisen in mehreren Lebensbereichen auftreten (Kindergarten, Familie, Freizeit)
- Das Kind deutlich von anderen Kindern seines Alters abweicht
- Die Verhaltensweisen das Kind in seiner Entwicklung, sozialen Beziehungen oder seinem Wohlbefinden beeinträchtigen
- Du und/oder die Erzieher:innen ernsthaft besorgt sind
Der Kinderarzt kann dann einschätzen, ob eine spezialisierte Diagnostik sinnvoll ist.
Was ist, wenn mein Kind ADHS hat – was dann?
Falls sich später tatsächlich eine ADHS-Diagnose ergibt: Das ist kein Grund zur Panik! ADHS ist keine Strafe, kein Versagen als Eltern, und es ist auch nicht „deine Schuld“. ADHS ist eine neurobiologische Besonderheit, mit der Kinder und Erwachsene erfolgreich leben können.
Mit der richtigen Unterstützung – sei es durch Verhaltensmaßnahmen, spezialisierte Kindergarten- oder Schulplatzierung, Therapie oder in manchen Fällen Medikation – kann dein Kind sein volles Potenzial entfalten.
Die Diagnose ist sogar oft entlastend: Sie erklärt, warum dein Kind so ist, und nimmt dir das Schuldgefühl, dass du es „falsch erziehst“. Du weißt jetzt, dass es nicht Trotz oder Faulheit ist, sondern eine neurologische Besonderheit – und du kannst entsprechend reagieren.
Die wichtigsten Erkenntnisse zu ADHS im Kindergartenalter
- ADHS kann bereits im Kindergartenalter erkannt werden, eine sichere Diagnose ist aber erst ab etwa 6 Jahren möglich. Weitere Informationen findest du auch in unserem Step 1 der ADHS-Journey© – Verdacht auf ADHS.
- Die diagnostische Unsicherheit im Kindergartenalter ist normal – viele Symptome sind altersgerecht
- Beobachte dein Kind systematisch: Wie oft? Wie intensiv? In welchen Situationen? In welchen Lebensbereichen?
- Tausche dich mit den Kindergarten-Erzieherinnen aus – ihre Beobachtungen sind wertvoll
- Der Kinderarzt ist dein erster Ansprechpartner
- Spezialisierte Diagnostik durch Fachleute ist notwendig für eine sichere Diagnose
- Viele der Verhaltensweisen sind völlig normal im Kindergartenalter
- Mit der richtigen Unterstützung kann ein Kind mit ADHS erfolgreich aufwachsen
ADHS bei Kindern zeigt sich grundsätzlich vielfältig:
Wichtiger Hinweis: Diese Website dient ausschließlich der Information und Aufklärung. Sie ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnostik oder Behandlung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Kindes wende dich bitte immer an qualifizierte Fachkräfte (Kinderarzt, Kinder- und Jugendpsychiater, Psychotherapeuten).
